Energiebilanz 1.0 – Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann

Energiebilanz 1.0 Beitragsbild

Energiebilanz 1.0 - so klimafreundlich heizt die Energieregion Weiz-Gleisdorf

Mit ihrem erfolgreich abgeschlossenen Projekt „Energiebilanz 1.0“ nimmt die Energieregion Weiz-Gleisdorf österreichweit eine Vorreiterrolle ein. Während Kommunen für ihre Energieraumplanung oftmals nur Statistiken zur Verfügung stehen, können die zwölf Gemeinden der Energieregion ab sofort auf umfassende Echt-Daten zurückgreifen. Hierzu wurden in den insgesamt 15.000 regionalen Gebäuden rd. 26.570 Heizsysteme erhoben und ihre Energieverbräuche betrachtet. Gefördert wurde dieses Projekt im Rahmen des EU-LEADER-Programms sowie des Programms „Klima- und Energie-Modellregionen“ (KEM) des Klima- und Energiefonds.

21.350 Zentralheizungen und 5.220 Einzelfeuerstätten versorgen die rund 15.000 Gebäude in der Energieregion Weiz-Gleisdorf mit Wärme. Im Bereich der Haushalte sind dies beispielsweise 389.405 MWh pro Jahr. Umgerechnet entspricht das rd. 95 Millionen kg Hackschnitzel. Warum man das in der Region so genau weiß? Diese Zahlen und noch viele Informationen mehr sind das Ergebnis ihrer „Energiebilanz 1.0“.

„Da uns regional bisher nur statistische Informationen für die Energieraumplanung zur Verfügung standen, haben wir im Rahmen des dreijährigen Projekts einen innovativen Prozess für die Erhebung und Auswertung von Energiedaten entwickelt. So können wir erstmalig bei über 99 % aller Gebäude die tatsächlichen Heizungssysteme samt Energiebedarf abbilden“
Erwin Eggenreich
Obmann Energieregion

So skizziert Erwin Eggenreich, Obmann der Energieregion und Bürgermeister der Stadtgemeinde Weiz, den Fokus des Projekts. LEADER-Managerin Iris Absenger-Helmli ergänzt den Leuchtturmcharakter des Projekts.

„Österreichweit nimmt die Region mit diesem enormen Qualitätssprung in der räumlichen Energieplanung eine Vorreiterrolle ein.“
Iris Absenger-Helmli
LEADER-Managerin A&E Weiz-Gleisorf

Erfreut ist man in der Region nicht nur über die nahezu vollständige Erhebung, sondern auch über das Commitment der Haushalte für die Energiewende, das sich in der Energiebilanz widerspiegelt. Werden österreichweit lediglich 40 % des Wärmebedarfs der Haushalte mit erneuerbaren Energien gedeckt, sind es in der Region bereits 61,3 %.

„Bei den öffentlichen Gebäuden beträgt dieser Anteil sogar 89 %. Unserer Vision, die gesamte Wärme aus erneuerbaren Energieträgern zu gewinnen, sind wir im kommunalen Bereich somit schon greifbar nahe. Aktuell arbeiten wir als KEM daran, wie man auch noch die verbleibenden Objekte in den nächsten Jahren umstellen kann.“
(c) Karl Schrotter
Christoph Stark
Obmann-Stv. Energieregion

Während sämtliche Informationen aus dem Projekt nun in die Energieraumplanungen der Gemeinden einfließen, bilden die Ergebnisse der Energiebilanz gleichzeitig die Basis für spannende Folgeprojekte.

„Im Moment arbeiten wir in einem österreichweiten Konsortium als Pilotregion an Methoden für eine automatisierte Analyse von kommunalen Energiedaten und daran, wie man diese mit einer interaktiven digitalen Karte für die Gemeinden noch besser nutzbar machen kann.“
(c) Karl Schrotter
Christian Hütter
Projektleitung, KEM-Manager

Damit auch weitere Gemeinden und Regionen von den Erfahrungen der „Energiebilanz 1.0“ profitieren können, erstellt die Energieregion zudem einen Leitfaden für ihren erfolgreichen Datenprozess, der ab Mitte des Jahres steiermarkweit zur Verfügung stehen wird.

Dieses Projekt wird auch aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programms »Klima- und Energie-Modellregionen« durchgeführt.