Klimaschutz oder Klimawandelanpassung (inkl. Quiz)

Klimaschutz und Klimawandelanpassung sind die beiden Grundfesten der Klimapolitik. Auch wenn diese Begriffe gerne synonym verwendet werden, beschreiben sie doch Handlungsfelder, die sich im Grunde deutlich voneinander unterscheiden und an jeweils anderen Punkten im Gesamtsystem „Klima“ ansetzen. Sie auseinanderzuhalten ist aber nicht immer einfach – vor allem auch deswegen, weil es immer wieder zu Überschneidungen kommen kann.

Klimaschutz dient der Erreichung der Klimaziele und kann somit als präventive Maßnahme zur Vermeidung des Klimawandels verstanden werden. Hierbei geht es darum, menschengemachte (anthropogene) Treibhausgasemissionen (in der Steiermark beliefen sich diese im Jahr 2014 auf 11,9 Millionen Tonnen CO2 eq) – die Ursache der globalen Erwärmung – auf ein absolutes Minimum zu reduzieren bzw. sogar gänzlich zu verhindern. Dies gelingt uns beispielsweise durch die Reduzierung des Energieverbrauchs, durch die Nutzung erneuerbarer Energien sowie die Förderung sanfter Mobilität.

Aber selbst wenn wir unsere Emissionen heute schlagartig reduzieren und es schaffen, die Klimaziele zu erreichen, werden uns die Veränderungen der Temperatur und des Niederschlags aufgrund der Trägheit des Klimasystems noch lange begleiten. Aus diesem Grund bedarf es Maßnahmen zur Klimawandelanpassung. Es gilt die nicht mehr vermeidbaren Folgen der globalen Erwärmung (z.B. Hitzewellen, Starkregenereignisse, Frostschäden) einzudämmen und die sich gebende Chancen (z.B. Sommertourismus, Fruchtfolge) bestmöglich zu nutzen.

Daneben gibt es auch Maßnahmen, die zwar die Unterscheidung etwas erschweren, uns aber die Möglichkeit bieten, gleichzeitig emissionsmindernd wie auch anpassungsrelevant zu agieren. Dies sind genau jene Aktivtäten, die sowohl dem Klimaschutz wie auch der Klimawandelanpassung zugerechnet werden können und so indirekt gewährleisten, dass sich Klimaschutz und Klimawandelanpassung nicht konterkarieren.

In einem späteren Beitrag werden wir auch darauf eingehen, was denn nun eigentlich eine „gute“ – im Vergleich zu einer „schlechten“ – Anpassung ausmacht.

Die Unterscheidung von Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsmaßnahmen ist für Sie nun leichter? Im obigen Text haben wir bewusst auf Praxis-Beispiele verzichtet. Diese finden Sie dafür nachfolgend in unserem kleinen Quiz! Testen Sie Ihr (neues) Wissen und sagen Sie uns, ob es sich bei den nachfolgenden Maßnahmen um Aktionen aus dem Bereich Klimaschutz, Klimawandelanpassung oder einer Kombination aus beiden handelt! Sind Sie startKLAR (*Wortspiel*)?

? Elektromobilität (E-Autos, Pedelecs, E-Roller, Schnellbahn etc.)Frage #1: Elektromobilität

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Klimaschutz: Über den gesamten Lebenszyklus hinweg emittieren E-Fahrzeuge weniger schädliche Treibhausgase (CO2) als ihre konventionell motorisierten Alternativen.

? z.B. SonnensegelFrage #2: Beschattung

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Klimawandelanpassung: Eine entsprechend dimensionierte Beschattung schützt vor Hitze und reduziert so - richtig platziert - beispielsweise die Temperatur in Wohngebäuden. Ersetzt die Beschattung eine Klimaanlage, ist es auch eine Maßnahme für den Klimaschutz.

? Schaffung von begrünten Inseln im städtischen BereichFrage #3: (Städtische) Grünflächen

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Klimawandelanpassung: Durch Grünflächen wird die Gefahr kleinräumiger Überflutungen reduziert und ein angenehmes Kleinklima gefördert.

? Nutzung der Sonnenenergie zur Erzeugung von Strom.Frage #4: Photovoltaik

UTF-8   Christian Reithofer
Beides: Einerseits werden durch Sonnenstrom fossile Energieträger substituiert und so CO2 eingespart, andererseits dient eine PV-Anlage (inkl. Speicher) bei klimawandelbedingten Ausfällen der Stromversorgung als Backup.

? Begrünung von Häuserfassaden durch das Anlegen von vertikalen Gärten.Frage #5: Begrünung der Fassade

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Klimawandelanpassung: Durch die Begrünung werden Wände aus Stein und Beton nicht so stark aufgeheizt. Hierdurch können nicht nur die Temperaturen in Gebäuden gesenkt werden, sondern auch innerstädtischen Hitzeinseln vorgebeugt werden. Außerdem absorbieren grüne Fassaden Lärm und Staub.

? Anbringung von Wärmedämmmaterial.Frage #6: Sanierung (Dämmung)

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Beides: Im Winter reduziert die Dämmung Wärmeverluste und im Sommer hält sie das Gebäude kühl.

? Die schwerste Frage haben wir uns für den Schluss aufgehoben 😉Frage #7: Energieregion Weiz-Gleisdorf

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Welche eine Frage?! Die Energieregion Weiz-Gleisdorf ist natürlich beides! Durch unsere zahlreichen Aktivitäten, beispielsweise als KEM (Klima- und Energiemodellregion) sowie als KLAR (Klimawandel-Anpassungs-Modellregion) tragen wir gemeinsam mit unseren BürgerInnen und PartnerInnen nicht nur tatkräftig zum Schutz des Klimas bei, sondern bereiten uns auch effektiv auf die nicht vermeidbaren Folgen des Klimawandels vor.

 

Quellen:

Kroneberger Barbara et al. Klimawandel – Was tun? BMLFUW. 2014.

Mitterböck Nora. Klimawandelanpassung – KLAR-Regionen als Weg in die Umsetzung. BMLFUW. 2017.

Prutsch Andrea et al. Klimawandel findet statt. Anpassung ist nötig. Ein Leitfaden zur erfolgreichen Kommunikation. Umweltbundesamt. 2017.

 


Dieses Projekt wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen der Klimawandel-Anpassungsmodellregion-Initiative durchgeführt.

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